Das Medium Film im interkulturellen Training

Perspektivenwechsel ist eine bewährte Methode im interkulturellen Training. Eine Situation mit den Augen des anderen zu betrachten, lässt die eigene „Kulturbrille“ erkennen, durch die andere Kulturen oftmals wahrgenommen werden. Das Medium Film eignet sich in besonderer Weise, den Perspektivenwechsel zu fördern und sich mit der eigenen ethnozentrischen Sichtweise auseinander zu setzen.

Filme können Einblicke in andere Welten geben, indem sie fremde Traditionen und Lebensweisen zeigen und kulturelle Ausdrucksformen widerspiegeln. Sie wecken unterhaltsam Empathie, Achtsamkeit und Respekt gegenüber unterschiedlichen Denk-und Lebensweisen. Filme laden dazu ein, Situationen aus der Perspektive der handelnden Personen wahrzunehmen, so dass die eigene Sichtweise hinterfragt werden kann.

Eine kleine Auswahl bekannter und ausgezeichneter Filme, um die Diskussion und Sensibilisierung für kulturelle Vielfalt und den angemessenen Umgang in interkulturellen Situationen anzuregen:

Der Tango der Rashevskis
R.: Sam Garbarski; Frankreich, Belgien, Luxemburg 2003, 100 Min.
FSK: ohne A. Empfehlung: ab 14
Humorvoll, witzig und amüsant wird die Geschichte der französisch-jüdischen Familie Rashevski erzählt. Der Tango zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und steht für Toleranz, Offenheit und Vielfalt der verschiedenen Sichtweisen.
Der Film wurde auf zahlreichen Festivals präsentiert und gewann den Preis der Stadt Jerusalem beim Jerusalem Film Festival 2004

This is England
R.: Shane Meadows; UK 2006, 102 Min
FSK: ab 12; Empfehlung: ab 16
Shane Meadows vielfach ausgezeichneter, halb-autobiographischer Film gilt bereits als neuer Klassiker des britischen Kinos. Er spielt 1983 in England zur Zeit der Thatcher-Regierung und des Falkland-Krieges. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Shaun, der in die Skinhead-Szene gerät.

Just a Kiss
R.: Ken Loach; UK, Belgien/ Deutschland, Italien, Spanien 2003, 103 Min
FSK: ab 6; Empfehlung: ab 15
In starken und eindringlichen Bildern vermittelt der Film des bekannten britischen Regisseurs Ken Loach die Probleme einer Liebe zwischen verschiedenen Religionen und Kulturen. Gegen den Dogmatismus der Religionen gewandt, ist der Film ein Plädoyer für eine Gemeinschaft ohne Ausgrenzung.

Die Filme wurden am 08.Mai 2008 im Rahmen des XENOS-Projekts “Look ahead” und der Europawoche in Berlin gezeigt.

Der Filmbetrachtung gingen kurze Impulsreferate voraus, die Informationen zum Thema, dem gesellschaftlichen Kontext und dem Regisseur vermittelten. Eine Filmanalyse und Diskussion erfolgten abschließend bzw. im Schulunterricht und konnten durch Referate und Hausarbeiten ergänzt werden.