//John Latham | Films 1960 -1971

Gestern abend war ich endlich mal wieder in meiner bevorzugten Buchhandlung Pro qm . Es wurden Filme von John Latham (1921- 2006) gezeigt, die in den 60er Jahren entstanden sind. Anthony Hudek, der im John Latham Archiv an der Digitalisierung und online-Publikation des Nachlasses arbeitet, stellte die neu editierte DVD John Latham: Films 1960 – 1971 vor, die auch bislang noch unveröffentlichtes Material enthält.

John Latham zählt zu den wichtigsten britischen Künstlern des 20. Jahrhunderts, der Experiment, Performance und Wissenschaft in seinen Arbeiten konzeptionell verbunden hat. Bereits in den 50er Jahren arbeitete er mit Spray, um seine Auseinandersetzung mit dem Zeitbegriff zu visualisieren, die er später zur”Flat-Time-Theory” entwickelte und nach der er auch sein Haus und Studio benannte: das Flat-Time-House FTHo verstand Latham als eine lebende Skulptur, in der zahlreiche seiner Arbeiten installiert sind.

Das Buch als Quelle von Wissen, aber auch Irrtum war das Objekt der Aktionen, Performances und Happenings von Latham  in den  60er Jahren, die er  in den Filmen verarbeitet hat.  Das Verbrennen von Büchern, aber auch das Zerkauen und Ausspucken sorgten für Aufsehen und Auseinandersetzung mit Justiz und Autoritäten.

Die Tate widmete Latham 2005 eine Retrospektive, die neben seinen Werken auch ein Interview mit Latham unfasste und nach seinem Tod eine Konferenz zu seinem Werk. Vertreten wurde Latham von der Lisson Gallery, auf deren Website ebenfalls wichtige seiner Arbeiten zu sehen sind.