//Das Vergehen der Zeit | Passage and Crime

Vergehen {n}
– Vorbeigehen, sich Auflösen
– Straftat, Gewalt antun

Dissolving Calendar | David Jacob 2014

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Zeit im Vorbeigehen | Vorbeigehen der Zeit  ongoing since 2007 | juttafranzen

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//Berlinische Galerie | Geschlossene Gesellschaft 05.10.2102 – 28.01.2013

Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-1989

“Shuttered” Society – der englische Titel der Ausstelllung stellt den Bezug zur “Fotoblende” her, hinter der die Gesellschaft der DDR in der künstlerischen Fotografie festgehalten wurde; die Referenz zu Sartres “Huis Clos” (1947, Paris, Gallimard) und das bekannte Diktum “L’enfer c’est les autres!” verweist auf die Eigenverantwortung und das Engagement, die der Einzelne für sein Leben übernehmen muss: “L’homme est condamné à etre libre.”

In der Ausstellung sind beide Bezüge auch beim Betrachten der Arbeiten gegenwärtig:

Der Blick gilt primär dem Medium Fotografie und erst nachrangig dem dargestellten Alltagsleben:  Es  sind professionelle, künstlerische Fotografien, vorwiegend in schwarz-weiß, der vorherrschenden und hochwertigen Qualität des auch im Westen bekannten “ORWO Films”.

In der Hängung sind die Aufnahmen sind jeweils den FotografInnen zugeordnet, so dass die individuelle Position und persönliche Bildsprache  im Vordergrund stehen, die in der DDR und dem real existierenden Sozialimus dem Gemeinwohl untergeordnet waren und nicht selten gewaltsam unterdrückt wurden. Die  3 Kapitel der Ausstellungen bieten Assoziationen, um den gesellschaftlichen Kontext herzustellen – jeweils mit ebenfalls drei Begriffen zur individuellen Wahl: “Realität-Engagement-Kritik” ; “Medium-Subjekt-Reflexion”; “Montage-experiment-Form”.

Geschlossene Gesellschaft | 05.10. – 28.01.2013
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin
www.berlinische-galerie-berlin.de

Jean-Paul Sartre, Huis Clos, 1947, Paris, Gallimard

// Macht und Schönheit der Bilder | Benoit Mandelbrot Ausstellung NYC

Mandelbrot Set

Mandelbrot Set | Partial View | Wikimedia Commons

Die Chaostheorie wurde Ende der 1980er/ Anfang der 90er Jahre nicht zuletzt durch die Bilder der Fraktale  populär, die in  ihrer Formen- und Farbenvielfalt als schön empfunden wurden.

Die “Mandelbrot-Menge” mit ihren Spiralen und “Seepferdchen” ließ den wissenschaftlichen Kontext in den Hintergrund rücken, wenn sie als Bildschirmschoner oder Ornament für Dekorationen im Alltag verwendet wurde.

Die Ausstellung “The Islands of Benoît Mandelbrot: Fractals, Chaos, and the Materiality of Thinking”, die dieser Tage in NYC eröffnet wird,  orientiert sich an der eigentlich relevanten Frage, nämlich, wie diese Bilder als Denkwerkzeug dienten und welchen Einfluss Visualisierungen auf den Denkprozess haben.

  • “(The exhibition) …is generally based on the assumption that the form and design of scientific images are no less important than the facts and objects they visualize, and that the transformations associated with imaging are an integral part of the aquisition of knowledge.” Nina Samuel, Kuratorin der Ausstellung

Seit dem iconic turn werden Bilder nicht mehr nur als ein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung betrachtet, sondern dienen selbst als Analysekategorie, Konzept und Medium: sie eröffnen neue Wahrnehmungsräume, transferieren Wissen und greifen in die kulturellen Praktiken, auch des Alltags, ein.

Hintergrund

Doris Bachmann-Medick (2010): Cultural Turns, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte,29. 3.2010, URL: http://docupedia.de/zg/Cultural_Turns

www.iconicturn.de: Blog zur Vorlesungsreihe “Iconic Turn – das neue Bild der Welt”, Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, SS 2002 bis WS 2004/05

Das Technische Bild: Projekt am Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik, Berlin, seit 2000, gegründet von Prof. Dr. Horst Bredekamp

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The Islands of Benoît Mandelbrot: Fractals, Chaos, and the Materiality of Thinking
Focus Gallery of the Bard Graduate Center in NYC
21.Sept. 2012 – 27.Januar 2013

// Muster der Wiederholung | re-edit

Wiederholung steht bei Sophie Calle für eine Praktik, nicht die Werke eines anderen anzueignen, sondern die eigenen Arbeiten wieder zu holen und in ein Raster der Differenzen zu stellen, das Innen und Außen, Gegenwärtiges und Abwesendens in ein Spiel der Unterschiede und Verschränkungen verwickelt.

talk (Thesenfassung)
Interdisziplinäres Kolloquium “Wiederholung”, Berlin
Studienstiftung des Deutschen Volkes [2004-12-10|11]

Erweiterte Textfassung im Tagungsband:
Flaßpöhler, Svenja /Rausch, Tobias /Wald, Christina (eds.)
>Kippfiguren der Wiederholung<
Interdisziplinäre Untersuchungen zur Figur der Wiederholung in Literatur, Kunst und Wissenschaften
Frankfurt am Main u.a. 2007
ISBN 978-3-631-55955-0