//Storytelling | Nachhaltigkeit

Reposted from ccclab.org

Was bringt Transmedia Storytelling für die Kommunikation von Nachhaltigkeit und Transformation?
Dieser Frage bin ich in meinem Beitrag zur  Fachtagung Nachhaltigkeit. Klimawandel. Transformation. nachgegangen.

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// 3 x 3 Basics | Transmedia Storytelling

At the International Summerschool of  the CCCLab I introduced already some years ago transmedia storytelling (TMS) as a creative way to communicate the issues of climate change. Here again and updated, some basics of TMS.

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Kuratieren, curation? | re-edit!

Kuratieren ist angesagt – nein, keine Ausstellung, sondern die Inhalte, die man im Web findet: Denn nicht mehr „content is king“, sondern „curation is king.“

Angesichts der Informationsfülle, die uns das Web bietet, gewinnt erst der Inhalt, der in einen Kontext gestellt ist, an Qualität. Auswahl, Bewertung und intelligentes Arrangement der Inhalte schaffen den gewünschten Mehrwert gegenüber einer ungeordneten oder bloß maschinell aggregierten Ansammlung von Informationen.

Plattformen wie storify, scoop.it unterstützen diese Formen aktueller Zusammenstellungen in Echtzeit, die via sharing weiter verbreitet und erneut in andere Kontexte gestellt werden: eine neverending story oder ein perpetual beta zieht seine viralen Kreise.

So liegt es nahe, dass ich auch meine Recherche zu „kuratieren“ im Web auf storify zusammengestellt habe.

reedit01

So sehr ich diese Form der Wissensaufbereitung und –verteilung schätze und für einen adäquaten Umgang mit den Inhalten, Strukturen und Prozessen des Web halte, so wenig vermag mich der Begriff des Kuratierens überzeugen.

  • Vielmehr erscheint mir die Rede vom Kuratieren als ein Versuch, neue mediale Prozesse mit einem alten Begriff zu umschreiben: dabei wird an Ähnlichkeiten angeknüpft, die auch im ersten Zug die Verständlichkeit des Neuen erleichtern, zugleich aber entscheidende Merkmale der aktuellen, neuen medialen Umgangsformen verfehlen.

Traditionell ist mit Kuratieren eine im Museums- und Ausstellungsbetrieb übliche und an fachliche Kompetenzen gebundene Praktik gemeint: das konzeptionelle Zusammenstellen und Gestalten einer Sammlung oder Ausstellung. Darin liegt die Ähnlichkeit zum Umgang mit Webinhalten.

Doch dann folgen auch schon die Unterschiede: Traditionell ist das Kuratieren auf die Präsentation in einen bestimmten Raum und/oder den Bestand einer Sammlung ausgerichtet, ihre Pflege und Verwaltung. BesucherInnen bleiben ZuschauerInnen oder interagieren innerhalb kuratorisch festgesetzter Grenzen. Auch im Fall einer Wanderausstellung geht es um eine möglichst identische Wiederholung der ursprünglich kuratierten Zusammenstellung.

Im Web hingegen ist die Anordnung der Inhalte auf Aktualität hin orientiert und offen für Prozesse des sharing, die viral verlaufen und mit der (globalen) Verbreitung auch das Verändern, das weitere Verwenden und erneute Zusammenstellen der Inhalte seitens der NutzerInnen einschließen. So lautet ein Vorschlag, in Bezug aufs Web von „curation“ und „curator“ zu sprechen, um diese Unterschiede zu verdeutlichen.

  • Ich bevorzuge den Begriff des re-edit. Denn hier steckt das Offene, das Verteilen, das Wiederverwenden, das erneute Anordnen und Herausgeben, wie es die Praktik im Web kennzeichnet, bereits im Wort.
  • Es geht um einen prinzipiell nicht geschlossenen oder abzuschließenden Prozess („perpetual beta“), der über sharing einen viralen Verlauf nimmt, copy and paste als Aneignungsformen zulässt – nicht als Plagiat – sondern unter CC Lizenz als transparente Nutzung bis hin zur Kollaboration.

Als eine auch in Film und Musik gebräuchliche Bezeichnung verweist re-edit gleichwohl nicht, wie das Kuratieren, auf eine traditionelle Profession, sondern auf eine Praktik im Umgang mit einem Medium. Im Fall des Web re-editieren UserInnen ebenso wie professionelle JournalistInnen. Die Qualität eines re-edit bemisst sich am Ausmaß des Aufrufens, („view“), sharing, Kommentierens und voting sowie weiteren re-edit des content seitens der UserInnen.

Linksammlung #kuratieren

//ABWEICHENDE LINIE | was bisher geschah

@abw_linie 2013-04-07

@abw_linie | 2013-04-07

#Mitschreiben | so geht’s:

Vom eigenen twitter Account mit #abw_linie posten: 140 Zeichen, Bilder einfügen geht auch.

Täglich werden 1-2 tweets von der Erzählerin geposted, die die Linie der Geschichte fortzeichnen:
Entlang der U-Bahn zwischen Kotti und Schlesi bewegt sich PJ, der in seiner Bar Hinweise auf die voran gegangene Geschichte gefunden hat. Doch anders als G., die damals auf der Suche war und von Ort zu Ort hastete, will PJ eigentlich nur seine Ruhe haben …

MiterzählerInnen sind eingeladen,  ergänzende, vertiefende und abweichende tweets zu posten.

Einige dieser tweets werden von der Erzählerin retweeted, so dass zwei Erzähllinien entstehen: unter #abw_linie sind alle Beiträge zu lesen, unter twitter.com/abw_linie entsteht eine kuratierte Geschichte.

#Folgen | so geht’s:

Vom eigenen twitter Account twitter.com/abw_linie folgen.
Follower sind willkommen und zum retweeten eingeladen!

#Mitlesen  | so geht’s:

Wer keinen twitter Account hat, kann mitlesen:

twitter.com/abw_linie   und auch hier #abw_linie

Je mehr mitmachen, um so spannender kann es werden !!

//ABWEICHENDE LINIE | folgen und miterzählen

ABWEICHENDE LINIE | eine geschichte zum folgen geht weiter, aber abweichend von der ersten Version:

//Denn anders als in der ersten Version gibt es eine durchgehende Erzähllinie, die aber auf twitter zum kollaborativen storytelling unter #abw_linie geöffnet wird.

//Auch die Ereignisse sind abweichend: Um Routine, Ruhe geht es der Person PJ auf ihrer alltäglichen Bewegung entlang der U-Bahn Linie. Nicht auf der Suche (wie zuvor Person G) nach außen gerichtet, sondern auf Rückzug nach innen gerichtet, nimmt PJ Raum, Zeit und Bewegung wahr.

//Öffnung ist Störung – und doch unvermeidlich und wichtig für
BITTE LEBN, wie es inzwischen blutrot neben dem verblassten “Bonjour Tristesse” auf der düsteren Hauswand zu lesen ist.

//Und Öffnung ist auch essentiell für die Geschichte – nicht nur mitlesen, sondern miterzählen ist möglich und erwünscht.

#abw_linie ist der Hashtag, der alle Beiträge verbindet und mit dem jede/r vom eigenen Account aus mitschreiben kann.

Die Geschichte geht weiter, dort wo sie ein vorläufiges Ende fand:

#abw_linie tweets

Welche Ideen hinter der Geschichte stehen, stelle ich am 05.April zum re-start auf der WEDDING SESSION vor , die eingeladen hat zum ” Wechselspiel von Motiven aus Kunst und Philosophie, das sich im Gespräch entwickelt.”

// Dinge und die Geschichte New Yorks

A History of New York in 50 ObjectsWährend ich gerade an einem Text über den “material turn” schreibe und wie die Dinge unsere Wahrnehmung, Alltagspraktiken und das Wissen prägen, erscheint in der NY Times sehr passend dieser großartige Artikel “A History of New York in 50 Objects” von Sam Roberts.

Bislang sind es 50 Dinge, die nicht nur als Gegenstand betrachtet werden, sondern die Erlebtes, Erfahrungen und Wissen vermitteln, aus dem sich wichtige Stationen der historischen Entwicklung der Stadt erkennen lassen.

Ob es nun persönliche Dinge sind, technische Geräte oder öffentliche – diese Dinge prägen soziale Prozesse, kulturelle Praktiken und transferieren Wissen:

Das Paar Schuhe eines kleinen Mädchens, das 1904 bei einem Schiffunglück ertrank und die von der überlebenden Schwester aufbewahrt wurden,verweisen über das private Schicksal hinaus auf die Entwcklung der sozialen Community “Little Germany” (und ihr Verschwinden).

Die Boom-Box mit der in den 80er Jahren Munsik mobil gehört werden konnte und mit denen  die Teenager durch die Straßen zogen

oder der Papp-Kaffee-Becher eines griechischen Restaurants von 1960 als Vorläufer der heutigen “To Go” – Ess-und Trunkkultur lassen als Dinge erkennen, wann und wo alltägliche Handlungsweisen, die uns nahezu natürlich erscheinen, ihren kulturellen Anfang nahmen.

Das  Straßenschild Loisaida Avenue das 1987 errichtet wurde, erschöpft sich nicht in seiner praktischen Funktion des Wegweisers, sondern verweist auf den Weg, den die lateinamerikanischen Einwanderer bei ihrer Integration in das Leben der Stadt zurück gelegt haben.

Die Geschichte ist mit 50 Dingen noch nicht zu Ende erzählt – schön, wenn es noch mehr werden!